Kataloge der "Großen Deutschen Kunstaustellung"

Von 1937 bis 1944 wurde im 1937 eröffneten „Haus der Deutschen Kunst“ in München alljährlich die „Große Deutsche Kunstausstellung“ (GDK) gezeigt. Parallel zur ersten GDK fand die von Joseph Goebbels initiierte Ausstellung „Entartete Kunst“ im Galeriegebäude am Münchner Hofgarten statt.

Kein anderes Ausstellungsvorhaben der Jahre 1933 bis 1945 hatte eine ähnlich programmatische Bedeutung wie die GDK, die als „Leistungsschau“ erklärtermaßen die Erfolge der NS-Kunstpolitik veranschaulichen sollte. In den Verkaufsausstellungen manifestierte sich das Selbstverständnis des „Dritten Reiches“ als Kulturnation ebenso wie die Kunstauffassung des NS. Viele Exponate wurden von der nationalsozialistischen Elite, aber auch von Privatleuten angekauft.

Die Kataloge dokumentieren alle ausgestellten Werke (Malerei, Plastik und Skulptur, Graphik und Kunstgewerbe). Es werden jeweils die erste Auflage des Hauptkatalogs und ein Exemplar der bisher kaum berücksichtigten Nachtragskataloge, die den Austausch der verkauften Werke und die Neuhängung der Ausstellungen 1938 bis 1944 dokumentieren, als Digitalisate angeboten.

Die Kataloge der GDK aus dem Besitz des Zentralinstituts für Kunstgeschichte (ZI) und der Monacensia - Münchner Stadtbibliothek sind im ZI gescannt worden und werden in Kooperation mit der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin (Stiftung Preußischer Kulturbesitz) der Forschung im Vorgriff auf ein größeres Projekt zur Verfügung gestellt: Im Rahmen der im Oktober 2011 eröffneten Plattform GDK-Research wurde ein unikaler Bestand der Photothek des ZI (die Dokumentation der Ausstellungsleitung der GDK) digitalisiert, mit archivalischen Informationen und biographischen Daten angereichert sowie kunsthistorisch erschlossen. Partner des ZI bei diesem Projekt sind das Historische Archiv des Haus der Kunst in München und das Deutsche Historische Museum in Berlin. Das gemeinsame Vorhaben bietet die Chance, verstreute und vielfältige Materialien umfassend zu dokumentieren. Die Forschungs- und Bilddatenbank GDK-Research stellt ein effektives Arbeitsinstrument für Forschungen zur Kunst des Nationalsozialismus.

Die virtuelle Rekonstruktion der GDK 1937-1944 bildet ein zentrales Element für die seit Jahren am ZI realisierten Forschungsprojekte zur Kunst, Architektur und Kunstgeschichte im NS sowie zur NS-Kunstpolitik (vgl. u.a. die Bände X, XI und XVIII der Schriftenreihe „Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München“ sowie den Band 'Zwischen Deutscher Kunst und internationaler Modernität. Formen der Künstlerausbildung 1918 bis 1968' / hrsg. von Wolfgang Ruppert und Christian Fuhrmeister. -  Weimar, 2008).



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