William Robson (tätig um 1799)

Biografische Skizze

Kunstschriftsteller, Kunsttheoretiker

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William Robsons einzigartiger Traktat Grammigraphia, or the Grammar of Drawing erschien 1799. Dieses Werk, das Nähe zum englischen Empirismus zeigt, war die erste Grammatik bzw. systematisch-ästhetische Analyse der Zeichenkunst. Robson beschäftigt sich mit der Wirkung und den Eigenschaften von Linien, sowie dem Problem von optischen Verzerrungen. Er erkennt vier Linienarten: waagerecht, senkrecht, schräg und kurvig. Jeder Linie ordnet er Eigenschaften und Wirkungen zu. Die Waagerechte drücke, ihm zufolge, Stille, Ruhe, Ausdehnung und Gleichheit aus, während die Senkrechte Wahrheit, Bestimmtheit, Unbiegsamkeit, Ernst und Macht verkörpere.
Robsons Grammigraphia entstammt einem geistigen Umfeld, welches u.a. Ruskins Ansicht, daß das Sehenlernen ein wichtiges Element des Zeichenunterrichts darstellt, vorbereitete. Nach Robson untersuchte auch der Niederländer D. P. G. Humbert de Superville den ästhetischen Gehalt von Linien. Robsons Grammigraphia war lange Zeit in Vergessenheit geraten und wurde bislang von der Forschung wenig beachtet. (B.M.)

William Robson -digital

Robson, William
Grammigraphia or; the Grammar of Drawing
London, 1799

Weiterführende Literatur

Editorische Angaben

Quellen zur Geschichte der Kunstgeschichte - digital