Franz Kugler (1808-1858)

Biografische Skizze

*19.1.1808 in Stettin (Szczecin, Polen); †18.3.1858 in Berlin
Kunstschriftsteller, Kunstkritiker, Dichter, Professor an der Berliner Akademie der Künste, Mitglied im Akademischen Senat der Berliner Akademie der Künste, Vortragender Rat im Preußischen Kultusministerium

K. ist der Sohn eines Stettiner Kaufmanns und Stadtrates. Durch ein Berufsziel zunächst nicht festgelegt, absolvierte K. ein Doppelstudium: An der Berliner Universität hörte er ab 1826 – unterbrochen durch ein Heidelberger Semester – deutsche Literaturgeschichte, 1827 trat er zudem in die Berliner Bauakademie ein und schloss dort 1829 mit einem Feldmesserexamen ab. Eine von E. H. Toelken angenommene Dissertation über Werinher von Tegernsee (1831) und die Habilitation an der Berliner Universität (1833) qualifizierten ihn für eine Lehrtätigkeit – ab 1835 mit Professorentitel – an der Berliner Akademie der Künste. 1843 wurde K. ins Preußische Kultusministerium berufen. Sein Haus in der Friedrichstraße 242 war eine Institution im Geistesleben Berlins, in dem u. a. T. Storm, T. Fontane, P. Heyse, A. Menzel, J. Burckhardt, G. Waagen verkehrten.

Biographische Links
The Dictionary of Art Historians
Wikipedia

Ein Jahr vor C. Schnaases ersten beiden Bänden der Geschichte der bildenden Künste erschien mit F. Kuglers Handbuch der Kunstgeschichte 1842 erstmals ein Überblickswerk, das die zahlreichen empirischen Einzelforschungen der sich gerade formierenden kunsthistorischen Disziplin in einer universalhistorischen Perspektive synthetisierte. Kugler weitete seinen Blick über die klassische Antike und Europa hinaus und versuchte , eine „Weltkunstgeschichte“ zu schreiben. Dabei verfolgte er einen empirisch-praktischen Ansatz.
Auf verschiedenen Gebieten leistete Kugler über das Handbuch hinaus Wegweisendes: mit dem Handbuch der Geschichte der Malerei (1837) schrieb er eine Gattungsgeschichte; er erschloss die Kunstlandschaft Pommerns und legte mit seiner posthum von J. Burckhardt und W. Lübke fortgesetzten Geschichte der Baukunst den methodischen Grund für die historisch-kritische Erforschung der Architektur des deutschen Mittelalters. Er war Gründer der Zeitschrift Museum und gehörte dem von G. F. Waagen geleiteten „Verein für Mittelalterliche Kunst“ an. Kugler prägte die ‚Berliner Schule’ der Kunstgeschichte maßgeblich und hatte in J. Burckhardt einen ihn an Bedeutung später übertreffenden Schüler und Assistenten.
Auch aus der kulturpolitischen Tätigkeit Kuglers gingen wichtige Publikationen hervor, die Vorschläge für die staatliche Organisation des Kunstlebens, zur Denkmalpflege und Denkmälerinventarisierung beinhalteten. Regelrecht populär wurde Kugler durch seine von Menzel illustrierte Geschichte Friedrichs des Großen (1840). (S.E.)

Franz Kugler - Aufsätze

Kugler, Franz
Adolf von Menzel und die Geschichte Friedrichs des Grossen von Franz Kugler
In: Die Kunst für alle 27 (1911/12), S. 236-238

Weiterführende Literatur

Editorische Angaben

Quellen zur Geschichte der Kunstgeschichte - digital