Karl Heinrich von Heinecken (1707-1791)

Biografische Skizze

* 24.12.1707 in Lübeck; † 23.1.1791 in Altdöbern
Bibliothekar, Kunstschriftsteller, Kunstkenner, Kunstsammler, Direktor des Dresdner Kupferstichkabinetts, Kursächsischer Geheimer Kammerrat, Diplomat, seit 1749 Reichsritter, Erb-, Lehn-, Gerichtsherr von Altdöbern

H., Bruder des berühmten ‚Lübecker Wunderkindes’ C. H. Heinecken, wuchs in einem Künstlerhaushalt auf. Er studierte in Leipzig Jura und nebenbei Literatur. Nachdem er in Dresden Stellungen als Hauslehrer u. a. beim Hofpoeten J. U. König inne hatte, wurde er 1739 Privatsekretär und Bibliothekar des kursächsischen Premierministers Graf Bühl. In diplomatischer Mission bereiste H. Polen, Holland und Frankreich. Er verwaltete während Bühls kriegsbedingter Abwesenheit dessen Besitzungen in Sachsen, zog aber den – ungerechtfertigten – Vorwurf der Veruntreuung auf sich. Alle Ämter musste er in Folge dieser Affäre 1763 aufgeben. Er lies sich auf seinem privaten Gut in Altdöbern nieder, wo er sich der Landwirtschaft und seinen kunstschriftstellerischen Unternehmungen widmete.


Biographische Links
The Dictionary of Art Historians
Wikipedia

K. H. v. Heinecken verdankt seine herausragende Stellung im Dresdner Kunstleben der besonderen Aufmerksamkeit, die der sächsische Kurfürst Friedrich August II. dem Ausbau und der Neuorganisation seiner Sammlungen zukommen ließ. Der Kurfürst konsultierte Heinecken als ausgewiesenen Kunstkenner bei wichtigen Neuerwerbungen von Gemälden und beförderte ihn 1746 als Nachfolger J. H. Heuchers zum Direktor des Kupferstichkabinetts. In dieser Funktion vollzog Heinecken eine tiefgreifende Reorganisation der graphischen Sammlung: Er systematisierte, teilweise angelehnt an Ideen A.-J. Dezallier d’Argenvilles, die Blätter nach Schulen, nach Gattungen bzw. nach thematischen Gesichtspunkten. Die wegweisenden kuratorischen Ansätze, die er zum Teil schon beim Aufbau einer Graphiksammlung für den Grafen Bühl entwickelt hatte und die er im kursächsischen Kupferstichkabinett umsetzte, legte Heinecken in einer Idée générale d’une collection complette d’estampes (1771) nieder.
In die Geschichte der Kunstliteratur schrieb sich Heinecken mit einem monumentalen Künstlerlexikon ein, dem Dictionnaire des artistes. Von diesem Werk wurden nur vier Bände gedruckt (1778-1790), obwohl das – heute kriegsvermisste – Manuskript fast vollendet vorlag, als Heinecke 1791 starb. Kleinere Schriften und Werkverzeichnisse – darunter ein mehr als 200seitiges Verzeichnis der Stiche nach Raffael – sind in den Nachrichten beziehungweise Neuen Nachrichten von Künstlern und Kunstsachen (1768/69 und 1786), gesammelt publiziert. (S.E.)

Karl Heinrich von Heinecken - digital

Heinecken, Karl Heinrich von
Nachrichten von Künstlern und Kunst-Sachen
Leipzig, 1768-1769

Heinecken, Karl Heinrich von
Dictionnaire des artistes, dont nous avons des estampes
Leipzig, 1778-1790

Longinus / Heinecken, Karl Heinrich von (Übers.)
Vom Erhabenen
Basel, 1784

Heinecken, Karl Heinrich von [Hrsg.]
Neue Nachrichten von Künstlern und Kunstsachen
Dresden , Leipzig [1.1804]

Weiterführende Links

Editorische Angaben

Quellen zur Geschichte der Kunstgeschichte - digital