Johann Caspar Füssli (1706-1782)

Biografische Skizze

* 3.1.1706 in Zürich; † 6.5.1782 in Zürich
Maler; Schriftsteller; Stadtschreiber

Der Sohn des Malers Hans Rudolf Caspar F. war nach einer Ausbildung in Wien (1724-1731), unter dem Einfluss des Stechers J. J. Sedelmaier und der Maler D. Gran und M. de Meytens, an den süddeutschen Höfen als Portraitmaler tätig. Am markgräflichen Hof in Rastatt, in Ludwigsburg, Nürnberg, Augsburg und München erhielt er Aufträge aus dem Adel und der hohen Geistlichkeit, darunter der Markgraf von Baden-Durlach, Kardinal Schönborn in Bruchsal oder Kurfürst Karl Philipp in Mannheim. Nach seiner Rückkehr nach Zürich (1736) portraitierte er Angehörige des Regiments und bedeutende Vertreter der Aufklärung (darunter J. J. Bodmer, J. J. Breitinger, F. G. Klopstock, E. C. v. Kleist, D. Herrliberger). Von 1756-1764 übte F., der mit Anna Elisabeth, der Tochter des Züricher Rechenschreibers Waser, verheiratet war, das Amt des Ratsschreibers aus.In Zürich war F. als Zeichenlehrer tätig und förderte das Kunstleben. Alle Kinder F.s wurden selbst Maler. Am bekanntesten sind die Söhne Johann Heinrich und Johann Rudolf F. Auf J. R. (und H. Pfenniger) geht die Serie von acht Radierungen aus dem Jahr 1771 zurück, die das offene Haus F.s als Treffpunkt von Künstlern und Gesellschaft zeigt („Domus Füsslinorum artis pingendi cultrix“).

Biographische Links

Historisches Lexikon der Schweiz
Wikipedia

J. C. Füssli ist der Begründer einer schweizerischen Künstlergeschichte. Vom Klassizismus beeinflusst vertrat er die Ideen der Aufklärung und stand in lebhaftem Austausch mit bedeutenden Künstlern und Schriftstellern in Frankreich, Deutschland und Italien, unter ihnen Klopstock, Wieland, A.R. Mengs, Solimena und J. J. Winckelmann. 1754-1757 veröffentlichte er die teilweise sehr subjektiv gehaltene, dreibändige Geschichte und Abbildung der besten Mahler in der Schweitz mit 37 Radierungen R. Füsslis als Bildnisvignetten. 1769-1779 erschien das Werk erneut in einer völlig überarbeiteten Fassung in fünf Bänden mit dem Titel Geschichte der besten Künstler in der Schweitz nebst ihren Bildnissen, versehen mit 137, von verschiedenen Künstlern gefertigten Bildnissen. Bereits 1758 veröffentlichte Füssli die Leben der berühmten Maler Rugendas und Kupetzky, die er während seines Aufenthaltes in Süddeutschland kennen gelernt hatte. 1762 verlegte er A. R. Mengs’ Gedanken über die Schönheit. 1778 erschien seine Geschichte von Winckelmanns Briefen an seine Freunde in der Schweiz als Nachwort zur Ausgabe der Winckelmann-Briefe durch L. Usteri. Schon bald darauf führte die umfangreiche Sammeltätigkeit Füsslis zur Veröffentlichung des Raisonnierenden Verzeichnisses der vornehmsten Kupferstecher und ihrer Werke, zum Gebrauch der Sammler und Liebhaber (1771). Nach langer Vorbereitungszeit, die vor allem der Qualität der Abbildungen geschuldet war, folgte 1781 Des Ritters Johann Carl Hedlingers Medaillenwerk mit einer Vorrede Füsslis und 80 Tafeln in Mezzotinto-Technik. (K.S.)

Johann Caspar Füssli - digital

Füssli, Johann Caspar
Geschichte der besten Künstler in der Schweitz
Zürich, 1769-1779

Weiterführende Literatur

Editorische Angaben

Quellen zur Geschichte der Kunstgeschichte - digital