Nicolas-Marie-Joseph Chapuy (1790-1858)

Biografische Skizze

* 1790 in Paris; † 23. oder 24.7.1858 in Paris
Architekt, Zeichner und Lithograph

C. begann nach Abschluss der École polytechnique eine Karriere als Marineoffizier, wurde dann jedoch Architekt der franz. Regierung. Schon 1815 wurde er wegen seiner politischen Haltung pensioniert und widmete sich von da an dem Zeichnen. 1823 lernte er den Archäologen F.-Th. de Jolimont kennen; aufgrund der Zusammenarbeit mit ihm betätigte sich C. zunehmend als Architektur-Zeichner. Dank seines Könnens war er als Illustrator bald an zahlreichen Buchprojekten beteiligt. Ab 1824 stellt er regelmäßig im Pariser Salon aus und wurde 1833 mit einer Medaille dritter Klasse für Lithographie geehrt.Ab 1824 bereiste C. Frankreich, um mittelalterliche Denkmäler zu zeichnen. Später folgten Reisen nach Italien, Deutschland, Spanien, in die Schweiz, Türkei und den Orient.

Biographische Links
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Chapuy machte sich zunächst als freier Illustrator einen Namen. Er zeichnete mittelalterliche Monumente in landschaftlicher Staffage, was ihn in die Nähe der Erneuerungsbewegung der Landschaftsdarstellung brachte. 1817 begann er für den Verleger J. Beaugean zu arbeiten, der für verschiedene Archäologen tätig war. 1823 lernte Chapuy den Archäologen François-Théodore de Jolimont kennen, der an einem Werk über französische Kathedralen arbeitete und ihn als Illustrator beauftragte, wodurch seine Laufbahn als Architekturzeichner begann. Sowohl Autoren als auch Verleger der Voyages pittoresques et romantiques wurden auf sein Talent aufmerksam und gewannen ihn für diese Art von Buchprojekten. Er bereiste weite Teile Frankreichs, um mittelalterliche Denkmäler zu zeichnen. Ab 1838 reist er vor allem für den Verleger Hauser in verschiedene europäische Länder um Vorlagen für Lithographien zu zeichnen, die dann von Mitarbeitern ausgeführt wurden. Anfangs setzte Chapuy allein Kreidelithographien für seine Illustrationen ein, später vertrat er jedoch die Auffassung, daß die Federlithographie die geeignete Technik für Bauplastik sei, und verwendete beide Formen.

In seiner Zeit war Chapuy einer der größten und innovativsten Architekturzeichner Frankreichs, der einen bedeutenden Anteil an der Erneuerung der romantischen Landschaftszeichnung hatte. Seine Zeichnungen wurden wegen ihrer hervorragenden Qualität noch in späteren kunsthistorischen Publikationen, wie in W. Lübkes Geschichte der Architektur, als Illustration eingesetzt. (B.M.)

Nicolas-Marie-Joseph Chapuy - digital

Chapuy, Nicolas-Marie-Joseph [Ill.]
Cathédrales françaises
[Paris]

Weiterführende Literatur

Editorische Angaben

Quellen zur Geschichte der Kunstgeschichte - digital