Auktionshäuser in Luzern

Adolph Hess Nachf.; Adolph Hess AG (ab Nov. 1933)

Weggisgasse 14; Schwanenplatz 8 (ab 1937); Haldenstr. 5 (ab 1943)
Gegr.: 1931 als Filiale des Frankfurter Stammhauses in Luzern
1931-1937 erschienen 17 Münzauktionskataloge, davon eine Auktion 1943 mit der Galerie Fischer, Luzern, und vier Auktionen gemeinsam mit Gilhofer & Ranschburg, Wien.
https://www.peus-muenzen.de/Homepage.AxCMS?ActiveID=1413

 

Galerie Fischer

Haldenstr. 17-19; Haldenstr. 19 (ab 1939)
Gegr.: 1907 von Theodor Fischer (1878–1957), erste Auktionen 1921 in Zürich, 1922 in Luzern, oft im Hotel National in Luzern oder im Zunfthaus zur Meise in Zürich; ab 1939 auch in den ausgebauten Räumen Haldenstr. 19.

1930-1945: In der Galerie Fischer erschienen im Betrachtungszeitraum 61 Kataloge. Bei insgesamt 18 Versteigerungen agierte das Auktionshaus dabei mit einem Partner: Gemeinsam mit dem Kunsthaus Pro Arte, Basel, gab die Galerie Fischer zwischen 1930 und 1932 sechs Auktionskataloge heraus. Die Versteigerungen fanden meist im Hotel National in Luzern statt. Mit dem Berliner Kunstsalon Paul Cassirer veranstaltete die Galerie Fischer 1931 eine Auktion. Insgesamt neun Auktionskataloge erschienen zwischen 1932 und 1938 gemeinsam mit Dr. Pfisterer/Kunstsalon Dr. Pfisterer Zürich, wobei die Versteigerungen im Zunfthaus zur Meise in Zürich abgehalten wurden. Mit Librairie Ancienne Ulrico Hoepli, Mailand führte die Galerie Fischer zwischen 1934 und 1936 drei Auktionen durch. Schließlich fand 1943 eine Münzauktion gemeinsam mit Adolph Hess Nachf., Luzern, statt.

Die Galerie Fischer führte, abgesehen von den Graphikauktionen der Firma William S. Kundig, Genf, die meisten Auktionen in diesem Zeitraum in der Schweiz durch. Dabei verauktionierte die Galerie häufig große Konvolute an hochwertigen Möbeln und kunstgewerblichen Objekten. Auch zahlreiche Waffen- und bedeutende Gemäldesammlungen kamen auf den Markt. Daneben wurden auch einzelne Sammlungen, etwa von A. Rütschi, Arnold Ruesch oder Rudolf von Kaunitz versteigert. Meist waren die Kataloge umfangreich illustriert. In einigen Katalogen wurden über 2 500 Objekte in viertägigen Versteigerungen angeboten. Teilweise wurden auch mehrere Sammlungen an einem Tag in mehreren aufeinanderfolgenden Auktionen versteigert. Fanden die Versteigerungen in Luzern statt, stellte die Galerie die Versteigerungsobjekte meist zuvor auch in Zürich aus. Die Kataloge hatten mit 1 400 Exemplaren eine relativ hohe Auflage, so dass sie sich komplett nachweisen ließen.

Fischers Rolle in den 1930er- und 1940er-Jahren, in denen die Galerie zahlreiche, lukrative Emigrantenauktionen durchführte, als Anlaufstelle für Hitlers Einkäufer Hans Posse diente, der etwa aus der Auktion Julius Freund am 21. 3.1942 allein Kunstwerke für 52.845 Franken erwarb, und insbesondere durch die am 30. Juni 1939 durchgeführte Auktion mit als „entartet“ diffamierten Gemälden und Zeichnungen, durch die die Galerie internationales Aufsehen erregte, ist gut dokumentiert (Tisa Francini/Heuß/Kreis 2001, S. 144-164, 203-231, 243ff., Barron 1992, S. 135-170, Buomberger 1998, Frey 1999, S. 275-289, Jeuthe 2007, S. 189-267 und dies. 2009, S. 445-462).

Lit.:

Barron 1992, S. 135-170 zur Auktion vom 30. Juni 1939.

Buomberger 1998.

Frey 1999, S. 275-289 zur Auktion vom 30. Juni 1939 mit Abbildung aller Werke der Auktion.

Jeuthe 2007, S. 189-267 zur Auktion vom 30. Juni 1939.

Jeuthe 2009, S. 445-462 zur Auktion vom 30. Juni 1939.

Tisa Francini/Heuß/Kreis 2001, S. 144-164, 203-231, 243ff.

Q.: Handexemplare Theodor Fischer 1933-1945 und Auktions-Korrespondenz in der Galerie Fischer, Luzern s. Tisa Francini/Heuß, Kreis.

Kunstpreisverzeichnis 1.1939/40, 2.1940/41, 3.1941/42
http://www.fischerauktionen.ch/index.aspx

 

Galerie M. J. Kitzinger

Löwenstr. 7; Versteigerung im Café Riviera in Lugano
1933-1934 erschienen zwei illustrierte Auktionskataloge mit Kunstobjekten und Paul Dreyfus als Commissaire-Priseur.

 

H. Gilhofer- und H. Ranschburg-Aktiengesellschaft

Alpenstr. 6
1923/24: Übernahme der Luzerner Kunsthandlung von Erwin Joseph Rosenthal durch das Wiener Mutterhaus gleichen Namens, ca. 1941 Betrieb aufgelöst (Tisa Francini/Heuß/Kreis, S. 270f.), 1956 wiedereröffnet.
Leiterin: Leopoldine Zelenka
1932-1938 erschienen 16 meist illustrierte Auktionskataloge, vor allem mit Autographen, Büchern und Graphik, insbesondere österreichischer Meistergraphik, Ausnahme blieben Gemälde und anderen Kunstobjekten. Obwohl ab 1938 keine Auktionen mehr stattfanden, blieb die Aktiengesellschaft bis 1941 im Kunsthandel bestehen und konzentriert ihr Geschäft vor allem auf das Ausland (Tisa Francini/Heuß/Kreis 2001, S. 270-279).

Lit.:
Nebehay 1995, S. 247.
Tisa Francini 2001, S. 111.
Tisa Francini/Heuß/Kreis 2001, S. 270-279.
http://gilburg.com/index.php