Auktionshäuser in Hamburg

Antiquariat F. Dörling

Speersort 22
1930-1940: Es erschienen 31 Auktionskataloge (Kataloge 48, 53 und 59 wurden nicht ermittelt) mit Büchern und Graphik, vereinzelt mit Gemälden oder Münzen. Die Werke wurden in einem wissenschaftlichen Apparat erfasst.

Lit.:
Jaeger 2011, S. 3-20
Schroers 1962

 

Antiquariat Berthold Neidhardt Jr.

Hohe Bleichen 43-44
1930-1932 erschienen sieben Auktionskataloge mit Büchern und Graphik.

 

Antiquariat Berthold Neidhardt Sen.

Klopstockstr. 6
1932 erschien ein Auktionskatalog mit Büchern und Graphik.

 

Buchbund, Hamburg und Gesellschaft der Bücherfreunde zu Hamburg

Ohne Adresse
1930 erschien ein Buchauktionskatalog der Gesellschaft der Bücherfreunde.

 

Buch- und Kunst-Antiquariat Harry Hirsch

Holzdamm 28 (Continental-Haus)
1932-33 erschienen zehn Auktionskataloge mit Büchern und Graphik.

 

Bücherstube Hans Götz, Buch- und Kunst-Antiquariat

Rothenbaumchaussee 1 (bis 1933); Theaterstr. 47/I; Versteigerungen im Palast-Hotel, Neuer Jungfernsteig
1930-1933 erschienen zwölf zum Teil illustrierte Auktionskataloge mit Büchern und Graphik (Kataloge 57, 59, 61, 62, 64 und 65 wurden nicht ermittelt).

 

Carl F. Schlüter, Schätzer und Versteigerer, Kunst- und Auktionshaus

Alsterufer 12; Filialen: Uhlandstr. 20; Hannover: Große Aegidenstr. 3; einige Versteigerungen in den Kunstsälen Bock, Große Bleiche 34

1930-34: Carl F. Schlüter veröffentlichte sieben zum Teil illustrierte Auktionskataloge mit Kunstwerken. Die Kataloge des Auktionshauses zeigen alle zur Versteigerung gelangenden Objekte in Abbildungen, die Gemälde samt Rahmen. Umfangreiche Künstlerbiographien und ausführlichen Beschreibungen der Gemälde ergänzen die Abbildungen. Carl F. Schlüter beteiligte sich in den 1940er-Jahren an Gestapoversteigerungen (Bruhns 2001, S. 637).

Lit.:
Bruhns 2001, S. 637
Kunstpreisverzeichnis 3.1941/42

 

Der Deutsche Buch-Club, Abteilung Antiquariat

Neue Rabenstr. 25 (im Haus des Kunstvereins); Mönckebergstr. 21 (ab 1934)
Gegr.: 5.5.1930 als Buch- und Kunsthandlung mit Lese- und Ausstellungsraum
Inhaber: Ernst Hauswedell (Kataloge 2, 1931)
Nachfolger: Dr. Ernst Hauswedell & Co.
1930-35 erschienen sechs nur zum Teil illustrierte Auktionskataloge mit Büchern, selten mit Graphik.

 

Dr. Ernst Hauswedell & Co., Abt. Antiquariat

Mönckebergstr. 21; Esplanade 38 (ab Auktion 15, 10/1938); ab 1.8. 1938 Umzug Esplanade 43
Vorgänger: Der Deutsche Buch-Club, Abteilung Antiquariat
Gesellschafter: Paul Hertung, Ernst Hauswedell, Kurt Saucke (Bruhns 2001, S. 102)

1935-1944: Es erschienen 23 Auktionskataloge, vor allem mit Büchern, Autographen und Graphik mit wissenschaftlichem Apparat. Die nur selten illustrierten Kataloge wurden in den 1940er-Jahren umfangreicher mit Abbildungen ausgestattet. Dr. Ernst Hauswedell lieferte auf Aufforderung Gutachten und Wertschätzungen von Umzugsgut und Kunstwerken ausreisender Juden für die Reichskammer der bildenden Künste (Bruhns 2001, S. 222). Nach der 1937 von Johann Schlemminger für die Reichsschriftkammer erstellten „Aufstellung aller derzeit im Bereich des Buchhandles noch tätigen Voll-, Dreiviertel- und Halbjuden und mit Voll- und Dreivierteljuden Verheirateten, Ausschlussentscheidung vom 31. Dez. 1935“ (BA RSK R 56V/102) wurde Ernst Hauswedell aus der Reichsschriftkammer ausgeschlossen (Schroeder 2009, S. 385), was offenbar wieder aufgehoben wurde, erschien er doch auch in den folgenden Katalogen als Inhaber.

Lit.:
Bruhns 2001, S. 102, 222
Hauswedell 1981
Jaeger 2011, S. 3-20
Kunstpreisverzeichnis 1.1939/40, 2.1940/41, 3.1941/42
Schroeder 2009, S. 385

 

Galerie Commeter

Hermannstr. 37/Bergstraße; Ausweichquartier wegen Bombenschäden: Esplanade 6
Gegr.: 1821 (120-jähriges Jubiläum angezeigt in Weltkunst, 15.1941, 51/52, S. 4).

Inhaber: Wilhelm C. A. Suhr; in den Katalogen 45, 51, 54 Adolph L. Elsas, in den Katalogen 56, 59 und 60 Theodor Ad. Elsas als Mitinhaber aufgeführt; Teilhaber: Albert Oberheide (Bruhns 2001, S. 223).

1930-1940: Die Galerie Commeter veröffentlichte 29 meist illustrierte Auktionskataloge (Kataloge 43, 46, 49, 57, 61, 63, 65 wurden nicht ermittelt) mit Graphik, Gemälden und Skulpturen, selten mit Kunstgewerbe, begleitet von einem kunsthistorischem Apparat. Vor 1933 war die Galerie mit Ausstellungen von Avantgardekünstlern wie Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff und den Sezessionisten hervorgetreten und zeigte in ihren Räumen und bei Versteigerungen weiterhin „entartete“ Kunst. Wilhelm Suhr lieferte auf Aufforderung Gutachten und Wertschätzungen von Umzugsgut und Kunstwerken ausreisender Juden für die Reichskammer der bildenden Künste und verkaufte etliche dieser Werke in seiner Galerie, so etwa aus der Sammlung Ernst Wolffson im April 1939 (Bruhns 2001, S. 221, 260).

Lit.:
Bruhns 2001, S. 221ff; S. 260
Wilhelm 1990, S. 166-171

 

Hans Meuss, Münzhandlung

Große Bleichen 36; Jungfernstieg 41-42 (ab Katalog 7, 1937); Bergstr. 14 III (ab Katalog 21, 1943)
Gegr.: 1890
Inhaber: Hans Meuss
1931-1943 erschienen 17 umfangreiche Münzauktionskataloge.

 

Walther Christiansen & Co. m. b. H. Buch- und Kunstantiquariat

Stadthausbrücke
1930-1931 erschienen 12 nur selten illustrierte Auktionskataloge mit Büchern und Graphik.