Auktionshäuser in Frankfurt am Main

Adolph E. Cahn

Niedenau 55
Gegr.: 1874 von Adolph Emil Cahn (1840–1918)
Inhaber: Herbert Cahn (1915-2002), emigrierte 1933 nach Basel (s. dort Münzhandlung Basel).
1930-1935 erschienen 22 zum Teil sehr umfangreiche Münzauktionskataloge, einer davon mit Adolph Hess Nachf., Frankfurt.

Lit.:
Boehringer 2002, S. 119-126
Lezzi-Hafter 2003, S. 3
Schwarz 1962, S. 128

 

Adolph Hess Nachf.

Mainzer Landstr. 49
Gegr.: 1870 zunächst als Münzhandlung, bald Spezialisierung auf numismatische Auktionen.

Inhaber: 1931 Hermann Feith; im gleichen Jahr Eröffnung einer Filiale gleichen Namens in Luzern. Wahrscheinlich wird die Firma schon 1934 von Dr. Busso Peus und Paul Rothenbächer (+1940) übernommen, zumindest werden diese ab der Auktion vom 10.9.1934 (Katalog 220) als Inhaber in den Katalogen geführt. Beide waren seit 1924 in der Firma angestellt (s. Katalog 242). Erst 1941 ergeht das Verbot, den jüdischen Firmennamen weiter zu führen. Die Münzhandlung firmiert fortan unter Dr. B. Peus & Co. s. dort.

Nachfolger: Dr. B. Peus & Co.
1930-1940 erschienen 24 zum Teil sehr umfangreiche Münzauktionskataloge.

Lit.:
Schwarz 1962, S. 128

 

Albert Weber, vorm. Philipp Bode, gerichtlich vereidigter Sachverständiger

Kaiserstr. 51
1930 erschien ein Auktionskatalog mit Kunstobjekten.

 

August Boese, beeidigter Sachverständiger

Taunusstr. 42
1931 erschien ein illustrierter Auktionskatalog mit Wohnungseinrichtungsgegenständen und Büchern.

 

Dr. B. Peus & Co., Münzhandlung (vormals Adolph Hess Nachf.)

Schubertstr. 1
Inhaber: Busso Peus, Paul Rothenbächer
Vorgänger: Adolph Hess Nachf.
1941 und 1943 erschien je ein Münzauktionskatalog.
https://www.peus-muenzen.de/Homepage.AxCMS?ActiveID=1413

 

F. A. C. Prestel

Buchgasse 11a
Gegr.: 1820 erste Auktion
Inhaber: Albert Voigtländer-Tetzner
1930-1931 erschienen zwei illustrierte Auktionskataloge mit Büchern und Kunstobjekten sowie wissenschaftlichem Apparat.

Lit.:
Wilhelm 1990, S. 150-160

 

Frankfurter Münzhandlung E. Button

Westendstr. 71
1941-1944 erschienen fünf Münzauktionskataloge. Vermutlich stand die Münzhandlung E. Button, obwohl unter anderer Adresse firmierend, in der Nachfolge der Münzhandlung Adolph E. Cahn, da die Kataloge in der Zählung die der Auktionskataloge der aufgelösten Handlung von Adolph E. Cahn übernehmen.

 

Joseph Baer & Co., Buchhandlung und Antiquariat

Hochstr. 6
Gegr.: 1786-1934; Übernahme durch Buchhandlung Auffarth.
Inhaber: Edwin Baer (1881-1965), Leopold Alfred Baer (1880-1949), Moriz Sondheim (1860-1944)

1930-1933: Es erscheinen neun illustrierte Auktionskataloge mit Büchern, seltener mit Graphik und Autographen. Durch den Boykott jüdischer Geschäfte, durch die verminderte Devisenzuteilungen, durch die Bücherbeschaffungen aus dem Ausland verhindert wurden, sowie die Untersagung an öffentliche Einrichtungen, bei jüdischen Firmen einzukaufen, war die Firma schon im Frühjahr 1933 gezwungen, das Unternehmen aufzugeben (Schroeder 2009, S. 298).

Lit.:
Schroeder 2009, S. 298
Schwarz 1962, S. 129
Sondheim 1927, S. 205-208

 

Kunsthaus Heinrich Hahn

Kaiserstr. 6
1930-1944: Es erschienen 52 meist illustrierte sowie häufig durch einen kunsthistorischen Apparat begleitete Auktionskataloge (Katalog 20, 26, 32, 35, 39 wurden nicht ermittelt) mit teilweise hochwertigen Kunstwerken. In einigen Spezialauktionen wurden Ostasiatika versteigert. Auch einige bedeutende Sammlungen, etwa die Sammlungen Cloos, E. G. May Erben und de Ridder, kamen hier auf den Markt. Durch die fortlaufende Tätigkeit bis 1944 ist Heinrich Hahn das umsatzstärkste Frankfurter Auktionshaus dieser Jahre.

Lit.:
Weltkunst mit zahlreichen Preisberichten
Kunstpreisverzeichnis 1.1939/40, 2.190/41, 3.1941/42

 

Hugo Helbing, Frankfurt

Bockenheimer Landstraße 8 im Palais Oppenheimer
Gegr.: 1919 als Zweigniederlassung von Hugo Helbing, München; 1937 aufgelöst.

Inhaber: Hugo Helbing. 1935 wurde das Auktionshaus an den Prokuristen Dr. Arthur Kauffmann übertragen, der seit 1923 als gleichberechtigter Partner in der Firma war. Kauffmann erhielt aufgrund seiner jüdischen Abstammung im Sommer 1937 Berufsverbot durch die Reichskammer der bildenden Künste und emigrierte 1938 nach London. Die Firma wurde am 1.6.1939 im Handelsregister gelöscht (Hopp 2012, S. 98ff.).

1930-1937: Es erschienen 27 meist umfangreich illustrierte Auktionskataloge mit hochwertigen Kunstobjekten und kunsthistorischem Apparat, oft von Kunsthistorikern aus deutschen Museen verfasst. Helbing führte eine große Zahl von Nachlassversteigerungen durch.

Lit.:
Hopp 2012, S. 98-103
Hopp, A. 1997 zur Versteigerung der Sammlung Ernst und Gertrud Flersheim im September 1937
Meinl/Zwilling 2004, S. 97f. zur Versteigerung Flersheim
Pracht 1994, S. 39-40 zur Sammlung Otmar Strauss (1878-1940), Versteigerung am 6.-8.11.1934, 11.-12.12.1934, 21.-23.4.1935, 24.5.1935
Schulz-Hoffmann/Mühlen 2005, S. 260f.
Weltkunst mit zahlreichen Preisberichten

 

Kunsthaus Wilhelm Ettle

Eschenheimer Anlage 35
Gegr.: 1939 (Eröffnungsanzeige - zugelassen für die Firma Helbing - am 28.5.1939 in der Weltkunst).

1941-1944: Es erschienen vier illustrierte Auktionskataloge mit Kunstobjekten sowie kunsthistorischem Apparat. Ettle taxierte seit 1938 jüdische Sammlungen. Von 1941 bis 1944 war er Sachverständiger des Reichserziehungs- und Innenministeriums, der Industrie- und Handelskammer, der Devisenstelle sowie der Reichkammer der bildenden Künste und arbeitete eng mit der Frankfurter Gestapo zusammen. Ettle war autorisiert, beschlagnahmte Werke in seinem Kunsthaus zu versteigern. Allerdings wurde er noch während des Krieges von der Gestapo wegen persönlicher Bereicherung verhaftet (Tisa Fancini/Heuß/Kreis 2001, S. 118, Anm. 87, Heuß 1998a, S. 54).

Lit.:
Heuß 1998a, S. 54.
Tisa Fancini/Heuß/Kreis 2001, S. 118, Anm. 87
Weltkunst mit Preisberichten

 

Kunst- und Auktionshaus A. Danz

Kleiner Hirschgraben 4
1930: Vom Auktionshaus Danz ist nur ein illustrierter Auktionskatalog mit Kunstobjekten überliefert. In den 1940er-Jahren führte das Auktionshaus Versteigerungen im Auftrag des Finanzamts von emigrierten und deportierten Juden durch.

Lit.:
Meinl/Zwilling 2004, S. 197

 

Leo Hamburger

Scheffelstr. 24
1930-1933 erschienen sieben Münzauktionskataloge.

Lit.:
Schwarz 1962, S. 128.

 

Sally Rosenberg

Bürgerstr. 9-11
1930-35 erschienen 13 zum Teil sehr umfangreiche Münzauktionskataloge.

Lit.:
Schwarz 1962, S.