Profil und Strategie

Die in der Arbeitsgemeinschaft kunsthistorischer Bildarchive und Fototheken (AKBF) zusammengeschlossenen Partner streben die Konsolidierung ihres Kompetenznetzwerks an mit dem Ziel, eine Strategie für die Zukunft von Bildarchiven und Fototheken im digitalen Zeitalter zu entwickeln. Im Zentrum steht der Aufbau einer Infrastruktur zur digitalen Präsentation von fotografischem Bildmaterial sowie die Etablierung von Methoden, Techniken und Standards zur Archivierung, Erschließung und Publikation fotografischer Bestände für Bildung und Wissenschaft.

Das Bewahren und Erschließen von Kulturgütern sowie ihre Digitalisierung und Verfügbarmachung im digitalen Raum gehört heute zu den Kernaufgaben von Bibliotheken, Museen und Archiven.

Die in Hinsicht auf Bildmedien damit verbundenen Schwierigkeiten und Konsequenzen werden vielfach unterschätzt. Technische Herausforderungen und komplexe rechtliche Fragen erschweren es vielen Sammlungen, selbst aktiv zu werden. Dies führt häufig zu isolierten Ergebnissen, die nicht den sich dynamisch entwickelnden professionellen Standards entsprechen.

Vor diesem Hintergrund führt die AKBF die vorhandenen Kompetenzen in der Erschließung und Digitalisierung zusammen.

Diesem seit 2004 bestehenden Zusammenschluss gehören folgende Einrichtungen an:

Als leistungsfähige Dokumentationszentren stellen  die Mitglieder über die Pflege ihrer Bestände hinaus diese sowohl in eigenen wie auch gemeinsamen Onlineangeboten bereit. Sie bewahren zusammen mehr als 12 Millionen Fotografien zur Kunst- und Kulturgeschichte, von denen über die einzelnen Rechercheinstrumente bereits rund 3 Millionen Fotografien nach den Maßgaben von Open Access im Internet zugänglich sind, beispielsweise über die Portale „Bildindex der Kunst und Architektur“, „Deutsche Fotothek“ oder „Kulturelles Erbe Köln“.

Die besondere Stärke der Arbeitsgemeinschaft besteht in der Etablierung von Standards und Empfehlungen zur best practice sowie in der Entwicklung und Pflege von forschungsorientierten Infrastrukturen. Diese Potentiale lassen sich, ausgehend von der Kunst- und Kulturgeschichte, übergreifend interdisziplinär nutzen.

Gemeinsame Anliegen und Kernkompetenzen

Die den Mitgliedern der AKBF gemeinsame Hauptaufgabe ist das koordinierte Sammeln, Bewahren, Erschließen, Vermitteln und Erforschen von Bilddokumenten. Diese liegen in unterschiedlichen Medien vor, etwa als Negative, Diapositive und Papierabzüge, die fortlaufend digitalisiert werden, sowie als originär digitale Aufnahmen (born digital).

Kernbestand der Sammlungen sind Fotografien mit kunst- und kulturhistorischer Relevanz. Sie dokumentieren europäische Bau- und Kunstwerke – historische Monumente und ihre Ausstattungen sowie mobile Kunstwerke, die in Museen und graphischen Sammlungen aufbewahrt werden oder im Kunsthandel in Erscheinung getreten sind.

In jüngster Zeit hat sich der Status des fotografischen Materials im wissenschaftlichen Diskurs grundlegend verändert. Durch die Wende zum digitalen Bild und digitalen Speichermedium ist deutlich geworden, dass Fotografien nicht nur Mittel zur Dokumentation, sondern als eigenständige Kulturgüter in ihrer eigenen Materialität zu behandeln, zu schützen und zu erforschen sind. Diesen Anspruch vertritt mit Bezug auf die analoge Fotografie die „Florence Declaration“ (2009), die von der AKBF mitgetragen wird. Die im Netzwerk der AKBF verbundenen Institutionen vereinen über die jeweilige Sachkenntnis hinaus generelle Kompetenzen im Bereich der Archivierung und Konservierung in technischer und restauratorischer Hinsicht. Damit trägt die AKBF einem Paradigmenwechsel in den Kunst- und Kulturwissenschaften Rechnung, die sich zunehmend der Rolle des Medialen als Forschungsgegenstand zuwenden.

Strategische Ziele

Zu den gemeinschaftlich verfolgten Zielen der AKBF gehören:

  • Erschließung von Bildmaterial nach wissenschaftlichen Kriterien unter Berücksichtigung der medien- und wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung der Fotografie
  • kontinuierliche Digitalisierung und Erschließung historischen Fotomaterials in den eigenen und weiteren Sammlungen
  • Erweiterung des Kreises der Partner, auch über den Bereich der kunst- und kulturhistorischen Bildarchive hinaus
  • Entwicklung einer disziplinübergreifenden Forschungsinfrastruktur als Online-Plattform
  • Etablierung von Standards und Normen in der Datenerfassung
  • systematischer Ausbau von multilingualen Komponenten
  • Veröffentlichung der Digitalisate und Metadaten nach den Prinzipien der „Berlin Declaration on Open Access“ von 2003 und den Praxisregeln der DFG
  • Entwicklung von medien- und fachspezifischen Strategien der Langzeitarchivierung von digitalem Bildmaterial und Erschließungsdaten auf der Basis des OAIS-Referenzmodells
  • Entwicklung von Verfahren und Techniken zur Interoperabilität der Daten u.a. zur Beteiligung an der „Deutschen Digitalen Bibliothek“ und der „Europeana“

Auf der Grundlage der formulierten Aufgaben und Ziele entwickelt die Arbeitsgemeinschaft kunsthistorischer Bildarchive und Fototheken (AKBF) Kooperationsprojekte, zu deren Realisierung Drittmittel eingeworben werden.

Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft ist die Deutsche Fotothek der SLUB.

Gründung der Arbeitsgemeinschaft kunstgeschichtlicher Bildarchive in der SLUB Dresden. V.l.n.r.: Lutz Heusinger (Marburg), Stefan Klingen (München), Christina Riebesell (Rom), Martina Hansmann (Florenz), Tobias Nagel (Köln), Roswitha Neu-Kock (Köln), Jens Bove (Dresden) und Ralf Peters (München). Aufnahme: Henrik Ahlers, 5. März 2004, SLUB/Deutsche Fotothek Dat 1174.

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft kunstgeschichtlicher Bildarchive: oben v.l.n.r.: Hubert Locher (Marburg), Angela Kailus (Marburg), Christian Bracht (Marburg), Michael Albers (Köln), Melanie Schall (Köln), Ralf Peters (München), Johannes Röll (Rom), Ute Dercks (Florenz), Thomas Urban (Marburg), Stefan Klingen (München); unten: Evelyn Bertram-Neunzig (Köln), Christoph Glorius (Rom), Johanna Gummlich-Wagner (Köln), Jens Bove (Dresden). Aufnahme: 26.10.2012.